Klausur: Seniorenpflege des ASB Barnim

Ende November trafen sich in Wildau am Werbellinsee die im ASB Barnim verantwortlichen Mitarbeiterinnen für Seniorenhilfe und -betreuung zu einer eintägigen Klausur.

In Wildau am Werbellinsee fand die diesjährige Klausur "Altenhilfe" des ASB Barnim statt.
Foto: ASB RV Barnim e.V. / Dietmar Haiduk

Es ist ein kalter, klarer Morgen. Die Sonne bricht durch den Nebel und gibt dem verträumten Ort am Ufer des Werbellinsee etwas Erhabenes. Still und fern des alltäglichen Treibens scheint dies genau der richtige Ort zu sein, um innezuhalten und sich im Rahmen der alljährlich stattfindenden Klausur des ASB Barnim neuen Gedanken und Visionen zur gemeinsamen Arbeit zu widmen.

Unsere Arbeit optimieren

So zielten die Überlegungen und die daraus resultierenden Vorschläge der Klausur-Teilnehmer vor allem darauf ab, die zukünftige inhaltliche und organisatorische Aufstellung der verschiedenen Bereiche in der Altenhilfe innerhalb des ASB im Barnim zu erfassen und zu fixieren.

Die von den Leiterinnen der Senioreneinrichtung, des Ambulanten Pflegedienstes im Atriumhaus, des Häuslichen Krankenpflegedienstes Seidel und des Betreuten Wohnens vorbereiteten inhaltlichen Einschätzungen bisheriger Arbeit bildeten eine gute Grundlage für die verschiedenen Diskussionsebenen des Tages.

Insbesondere die Tatsache, dass durch die verschiedenen Einrichtungen und Dienste des ASB Barnim insgesamt rund 500 Menschen betreut und gepflegt werden, erfordert es immer wieder aufs Neue, die Möglichkeiten unserer Angebote und deren Qualität zu prüfen, aber auch die internen Strukturen innerhalb der einzelnen Bereiche der Altenpflege zu optimieren.

Aktuelle Erkenntnisse

Heidi Freistedt, Vorstandsvorsitzende des ASB-Regionalverbandes Barnim e.V. und langjährige Geschäftsführerin, gab einen ausführlichen Überblick über den aktuellen, wissenschaftlichen Stand im Bereich der Seniorenpflege, des gesellschaftlichen Miteinanders der Generationen, über neue politische Initiativen und veränderte Erwartungen an das Engagement jedes Einzelnen in Familie, Kommune sowie an die gesellschaftlichen Verwaltungs- und Organisationsstrukturen des Landes.

Was ist neu?

Innerhalb der letzten 30 Jahre hat sich in unserem Land ein grundlegender Wandel im gesellschaftlichen Umgang mit der älteren Generation vollzogen. Heute müssen Menschen verschiedenen Alters auf eine ganz neue Weise miteinander umgehen. Scharfe Trennlinien zwischen den Generationen sind aufgehoben.

Neue Pflegeversicherungsgesetze, aber auch die bisher erschienenen sieben Altersberichte der Bundesregierung sowie neue soziale Projekte des Zusammenlebens werden diesem Wandel gerecht.  Auf Bundesebene stattfindende Demografie-Gipfel berücksichtigen heute den gesamten Prozess des Alterns – von der Jugend bis ins hohe Alter und die zunehmende Vernetzung der differenzierten Bedürfnisse unserer Menschen.

Sorgende Gemeinschaft

Stärker als früher bildet heute die Verantwortung der einzelnen Kommunen für die Planung und Bereitstellung von Angeboten zur Altenbetreuung und -pflege die Basis. Zwischen den Menschen in unserer Gesellschaft ist eine neue Kultur des Helfens und der Fürsorge gefordert. Aus einer solchen, zukünftig notwendigen Sorgenden Gemeinschaft ergeben sich aber auch neue Ansprüche an bürgerliches und ehrenamtliches Engagement der jungen Menschen gegenüber den alten.

Praktische Umsetzung

Jegliche Theorie findet ihren Sinn nur in der Praxis. Die Erkenntnisse aus sozialen, gesellschaftlichen und politischen Überlegungen müssen ihren Wiederhall im unmittelbaren Tagesgeschehen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden.

In einem weiteren Schwerpunkt der Veranstaltung ging es insofern auch um die unmittelbare Berücksichtigung der Erkenntnisse im alltäglichen Betrieb unserer Einrichtungen: Wie kann die Arbeit noch zielgerichteter gestaltet werden? Wie können unsere ambulanten Dienste regional oder arbeitsorganisatorisch koordiniert werden? Wie schaffen wir es, dem gesteigerten Bedarf an Pflege und Betreuung mit neuen, jungen Mitarbeitern gerecht zu werden und diese für den ASB zu gewinnen?

Eine neue Leitlinie für gemeinsames Verständnis

Am Ende des Klausurtages waren durch alle Beteiligten viele interessante Erkenntnisse und Schlussfolgerungen gewonnen. Auch diese werden nun Eingang finden in eine neue Leitlinie „Altenhilfe", die sich an die geänderten gesellschaftlichen, sozialen und fachlichen Bedingungen anpassen wird. Dazu werden in den nächsten Monaten alle Beteiligten vertiefende Überlegungen und Gedanken zusammentragen, gemeinsam diskutieren und beschließen.

Nachhall

Als die Teilnehmer der Klausur an diesem Tag nach Hause aufbrechen, ist es am Ufer des Werbellinsees längst dunkel geworden. Auf der Rückfahrt in die verschiedenen Einrichtungen des Regionalverbandes wird die Stille der Konferenzräume am See bald wieder der Turbulenz alltäglicher Arbeit weichen. Aber für einen Moment bleibt auf der Fahrt über die Landstraßen noch einmal Gelegenheit, die Erkenntnisse der vergangenen Klausur Revue passieren zu lassen.